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17. Januar 2012

Labrador Hunde - Was würde Oskar tun?

Was würde Oskar tun?:
Als ich letztens darüber nachdachte, was ich denn mal als interessanten Artikel in diesen Blog hier schreiben könnte, überfiel mich wie aus dem nichts die Jahre alte Erinnerung an den Hund, mit dem ich meine Kindheit verbracht habe. Quelle: S. Gert - blogs.deine-tierwelt.de

Nachdem ich eine Zeit lang überlegt hatte, entschied ich mich, dass ganze in einen kleinen Text zu verpacken und zu teilen. Aus heutiger Perspektive erscheint es mir nicht nur wie eine persönliche Erinnerung, sondern auch wie eine Allegorie, die die Besonderheiten des Verhältnisses zwischen Mensch und Haustier beschreibt.

Als Kind gab es für mich kein Gefühl das so sehr nach Leben schrie, wie das, durch die Straßen und Gassen unseres Dorfes zu jagen, zusammen mit Oskar, unserem Labrador Mischling. Wir nannten ihn sein Leben lang einen Labrador Mischling wenn danach gefragt wurde, weil wir den zweiten Teil der Mischung nie herausbekommen haben.
Ich setzte mich auf den Bürgersteig mit diesem Gefühlsgemisch aus Vorfreude und Angst, das man vor wirklich aufregenden Aktivitäten nun mal so hat, und stülpte mir meine Inline-Skater über die Füße. Oskar kannte das Ritual und begann, um mich herum zu laufen und mich dabei in seine Leine einzuwickeln.
Wieder auf den Füßen überprüfte ich immer noch einmal, ob Oskars Halsband auch gut saß und dann ging es los - ich fuhr ein bisschen an. Langsam, ganz langsam - dann begann ich schneller zu werden und Oskar beschleunigte natürlich sofort doppelt so schnell.
Meine Nachbarn haben wahrscheinlich nur einen lachenden Schatten vorbei zischen sehen, als ich an Oskars Leine mit gefühlten 60 km/h durch die Straßen gezogen wurde. Oh ja, ich habe mich verletzt. Häufig.

Und ich rede nicht nur von Schürfwunden. Aber bis zu dem Zeitpunkt, wo ich zu alt und schwer wurde um Oskar mich ziehen zu lassen, hätte mich auch kein Schädeltrauma von unseren Geschwindigkeitsräuschen abhalten können.

Das ist die erste Erinnerung die meinen Hund für mich beschreibt. Die zweite ist das genaue Gegenteil. Oskar war eigentlich das faulste Tier auf diesem Planeten. Er haarte oft und viel, und er stank, wenn er aus dem Wasser kam. Er war wie ein wirklich merkwürdiger, ruhiger Kumpel der ständig bei einem rumhängt, ohne je wirklich etwas zu machen. Auch als ich älter wurde und mit Freunden in meinem Zimmer saß, war Oskar da, hörte mit uns zusammen Musik, sah Filme mit uns an und klaute dann und wann ein paar Chips vom Tisch. Und auch wenn ich alleine in meinem Zimmer war, gab es keinen Abend, an dem er mich nicht irgendwann besuchen kam. Wenn er in mein Zimmer wollte, kratzte er nicht an der Tür oder bellte, nein, das wäre zuviel Aufwand für Oskar gewesen. Statt dessen legte er sich einfach hin, presste seine Nase an den Spalt unter der Tür und fing an, durch den Spalt ins Zimmer zu schnaufen, bis ich die Tür öffnete.

Die dritte Erinnerung an Oskar ist gar nicht so alt, was merkwürdig ist, wenn man bedenkt, dass Oskar seit über fünf Jahren nicht mehr unter uns weilt. Ich habe vor einigen Wochen meine Eltern besucht und in meinem alten Zimmer übernachtet. Nachts bin ich aufgestanden, um ein Glas Wasser aus der Küche zu holen. Langsam schlurfe ich zu meiner Zimmertür, öffne sie und ertappe mich dabei, wie ich einen langen, hohen Schritt in den Flur hinein machte, um nicht auf Oskar zu treten. Ich stand wohl eine Minute lang im Flur um damit zurande zu kommen, was das grade für ein trauriger Moment war.

Ich werde diesen Hund zu meinen Lebzeiten nicht mehr vergessen.
Nur wieso ist das so? Es liegt ja nicht einfach daran, dass man viel Zeit zusammen verbracht hat. Ich hatte viele Klassenkameraden in der Schule, die ich schnell vergessen habe, obwohl ich sie jahrelang jeden Tag gesehen habe. Und es sind sicher auch nicht die tiefschürfenden Gespräche, die mich so stark an meinen Hund gebunden haben. Aber damit kommt man der Sache schon näher, richtig? Es ist nämlich die Persönlichkeit. Die ganz spezielle Menschlichkeit, die man ausschließlich dem eigenen Haustier zugesteht. Es entwickelt sich über die Jahre zu einer Ausgewachsenen Person, die genauso aus guten und schlechten Eigenschaften besteht, wie ein guter Freund. Daraus sollte sich für den Menschen moralische Fragen über unser Verhalten gegenüber anderen Tieren ergeben, daraus sollten sich auch Fragen ergeben, die unser Verhalten gegenüber anderen Menschen betreffen; man erlebt es zu oft, dass Mitmenschen sich gegenseitig schlechter behandeln, als ihre Haustiere.
Wenn wir ein wenig öfter diese Beziehungen zu unseren Haustieren betrachten, wie sehr wir ihre Nähe, ihr Vertrauen in uns genießen, können sich daraus ganz neue Perspektiven auf unsere Tägliche Lebenswelt eröffnen. Vielleicht sollten wir uns einfach häufiger die Frage stellen: Was würde Oskar tun?

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